Bild: Newsletter verständlich für alle

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Barrierefreie Newsletter: Warum sie jetzt wichtig sind – und wie man sie umsetzen kann

Seit dem 28. Juni 2025 gilt in Deutschland das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG). Was für öffentliche Stellen und Behörden bereits seit 2019 verpflichtend ist, betrifft nun auch viele privatwirtschaftliche Unternehmen:
Digitale Produkte und Dienstleistungen – einschließlich regelmäßig versendeter Newsletter – müssen so gestaltet sein, dass sie auch für Menschen mit Einschränkungen zugänglich sind.

Das Gesetz setzt die EU-Richtlinie 2019/882 (European Accessibility Act) um und gilt für alle neu entwickelten digitalen Dienste, die ab Juni 2025 bereitgestellt oder grundlegend überarbeitet werden.

Für bereits bestehende Systeme und Vorlagen gilt eine Übergangsfrist:
Spätestens ab dem 28. Juni 2030 müssen auch Newsletter, die dauerhaft im Einsatz sind, die Anforderungen an digitale Barrierefreiheit erfüllen – sofern sie unter das Gesetz fallen (z. B. als Teil eines Online-Dienstes, Shops oder Serviceportals).

Das betrifft zum Beispiel:

  • Bestell- oder Terminbestätigungen aus Kundenportalen
  • Produktinformationen aus Shops oder digitalen Services
  • interne oder externe Newsletter mit Servicecharakter

Warum das Thema so viele betrifft

Barrierefreiheit ist kein Spezialthema. Sie betrifft nicht nur Menschen mit offiziell anerkannter Behinderung, sondern auch viele, die temporär oder dauerhaft auf Hilfsmittel oder klare Strukturen angewiesen sind – zum Beispiel ältere Menschen, Personen mit Seh- oder Leseschwächen, motorischen Einschränkungen oder einfach mit mobilen Endgeräten.

Betroffen sind viele Menschen, hier einige Zahlen:

  • In Deutschland leben rund 7,9 Millionen Menschen mit einer Schwerbehinderung
    (Quelle: Statistisches Bundesamt, 2023)
  • Weltweit sind es etwa 1 Milliarde Menschen, also ca. 15 % der Bevölkerung
    (Quelle: WHO/World Bank Report)
  • Laut einer Studie der Aktion Mensch aus dem Jahr 2020 sind über 80 % der getesteten Online-Angebote nicht barrierefrei – Newsletter inbegriffen

Das bedeutet: Wer barrierefrei gestaltet, schließt nicht nur niemanden aus – sondern verbessert die Kommunikation für alle.

ymbolische Illustration zur digitalen Barrierefreiheit: Menschen unterschiedlicher Fähigkeiten interagieren mit Geräten wie Laptop, Tablet und Smartphone; im Zentrum stehen Symbole für Inklusion und Zugänglichkeit.

Was macht einen Newsletter barrierefrei?

Inhalte eines Newsletters so gestalten, dass sie auch für Menschen mit Einschränkungen verständlich, bedienbar und zugänglich sind. Dafür braucht es keine komplette Neuentwicklung.

Was muss bei der Gestaltung beachtet werden?


Strukturierter HTML-Code

  • Echte Überschriften (nicht nur fett), z. B. <h1>, <h2>
  • Keine Tabellen fürs Layout
  • Klare, logische Lesereihenfolge

Alternativtexte für Bilder

  • Jedes Bild sollte beschrieben sein (alt-Tag)
  • Nur rein dekorative Elemente dürfen leer bleiben

Guter Farbkontrast

  • Lesbarkeit sicherstellen (z. B. Weiß auf Orange, nicht Grau auf Weiß)
  • Farben nie allein als Informationsträger verwenden

Eindeutige Links

  • Keine generischen Bezeichnungen wie „Hier klicken“
  • Aussagekräftig und verständlich benannt

Schriftgröße und Lesbarkeit

  • Mindestens 14 Pixel
  • Kein Blocksatz
  • Verständliche Sprache

Geräte- und Tastaturfreundlichkeit

  • Mobile Darstellung prüfen
  • Inhalte müssen auch ohne Maus erreichbar sein

Visuelle Editoren wie BEE, Mailchimp oder CleverReach erleichtern die Gestaltung – doch das automatisch erzeugte HTML entspricht häufig nicht den Anforderungen an Barrierefreiheit.


Zwar lassen sich Layout und Inhalte intuitiv zusammenklicken, doch wichtige Aspekte werden oft nicht berücksichtigt:

  • Semantisch saubere Überschriftenstruktur
  • Ausreichende Farbkontraste
  • Aussagekräftige Alternativtexte für Bilder
  • Logische Lesereihenfolge für Screenreader

Ein Newsletter, der ansprechend aussieht, ist nicht unbedingt für alle nutzbar.


Diese Editoren können selbstverständlich weiter verwendet werden – sie sollten jedoch ergänzt werden durch barrierefreie Gestaltungsprinzipien und gegebenenfalls technische Nachbearbeitung, um wirklich allen Leserinnen und Leser gerecht zu werden.

Newsletter verständlich gestalten und lesbar für alle machen!

Barrierefreiheit ist kein Zertifikat und keine Checkbox, die man einmal abarbeitet. Es ist ein Gestaltungsprinzip – eins, das Schritt für Schritt umsetzbar ist und langfristig die Kommunikation besser, klarer und zugänglicher macht.

Ein barrierefreier Newsletter ist logisch aufgebaut, verständlich formuliert, auf allen Geräten lesbar – und auch für Menschen mit Hilfsmitteln nutzbar.
Das ist keine Frage von Unternehmensgröße oder Technikteam, sondern vor allem eine Frage von Aufmerksamkeit und Haltung.

Weltweit lebt etwa jede siebte Person mit einer Einschränkung – oft sichtbar, manchmal unsichtbar.


Und auch wenn es selten böse gemeint ist: Wer digitale Inhalte nicht zugänglich macht, läuft Gefahr, Menschen unbeabsichtigt außen vor zu lassen.

Auch wir von Beyond Relationship Marketing nehmen dieses Thema sehr ernst und arbeiten aktuell mit Hochdruck daran unser Versandtool EMMA entsprechend anzupassen und zu optimieren.

Newsletter, die über unser System geschickt werden dann zukünftig automatisch auf barrrierefreie Gestaltungsprinzipien geprüft.

Bei Fragen zum Thema oder Anmerkungen dazu,
schreiben Sie uns gerne jederzeit an. Nutze Sie dazu bitte unser Kontaktformular.